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Flüchtlingshilfe im Erzbistum Köln

„Seid Menschen!“ – Andacht mit und für Geflüchtete

14.09.26, 14:18
  • Aktuelles
ANN/cdt
„Seid Menschen!“ – Andacht mit und für Geflüchtete (c) Aktion Neue Nachbarn

Am Samstag, 26. September 2026, um 15 Uhr lud die Aktion Neue Nachbarn im Rahmen der Dreikönigswallfahrt wieder zur Andacht mit und für Geflüchtete, Unterstützerinnen und Unterstützer sowie alle Interessierten in den Kölner Dom ein. 

Unter dem Leitwort „Seid Menschen!“ griffen wir einen Gedanken aus einer Ansprache von Papst Leo auf.

Internationale Gemeinden gestalteten die Andacht musikalisch und mit Gesängen mit. Gebete und Texte erklangen in unterschiedlichen Sprachen. So wurde die Vielfalt der Menschen in unserem Bistum hörbar und erfahrbar. 

„Seid Menschen!

Ja, seid Menschen!

Männer und Frauen aus Fleisch und Blut.

Nicht Fassaden, sondern vertrauenswürdige Gesichter.

Menschen, die nach Gerechtigkeit streben,

weil sie danach hungern wie nach dem täglichen Brot.

Menschen, die ein ehrliches und aufrichtiges Leben führen wollen,

weil sie anderen gerne das tun, was sie sich von anderen wünschen.“

Papst Leo XIV am 6. Juni 2026 zu Jugendlichen in Madrid

„Seid Menschen!“ – Gemeinsam im Kölner Dom

„Menschen. So viele Gesichter. Schauen Sie sich um.“ Mit diesen Worten begrüßte Caroline Di Totto die vielen Menschen, die am 26. September zur Andacht für Geflüchtete im Rahmen der Dreikönigswallfahrt in den Kölner Dom gekommen waren.

Und tatsächlich: Aus dem ganzen Erzbistum waren die Integrationsbeauftragten der Aktion Neue Nachbarn mit Gruppen von Geflüchteten und Ehrenamtlichen angereist. Dazu kamen Mitglieder der internationalen Gemeinden, Pilgernde und Menschen, die sich angesprochen fühlten. Es waren Menschen zusammengekommen mit unterschiedlichen Sprachen und Lebensgeschichten, um gemeinsam zu beten und ein Zeichen für eine menschliche Welt zu setzen.

Im Mittelpunkt stand das Leitwort „Seid Menschen!“, das auf einen Aufruf von Papst Leo XIV an Jugendliche in Madrid zurückgeht. Die Worte wurden in verschiedenen Sprachen vorgetragen und machten die Vielfalt der versammelten Menschen auch hörbar: Englisch, Arabisch, Tigrinya, Ukrainisch und Deutsch. Die kleinen Karten mit dem Leitwort konnten anschließend als Erinnerung mitgenommen werden.


„Menschlich sein ist eine Entscheidung“
Weihbischof Ansgar Puff griff das Leitwort in seiner Ansprache auf und stellte die Frage in den Mittelpunkt, was es heute bedeutet, menschlich zu sein. „Menschlich sein ist eine Entscheidung!“, betonte er. Gerade angesichts von Krieg, Vertreibung und den Debatten über Migration sei es wichtig, den einzelnen Menschen und seine Geschichte nicht aus dem Blick zu verlieren.
Geflüchtete dürften nicht auf Zahlen, Belastungen oder Fälle reduziert werden. Jeder Mensch habe eine unveräußerliche Würde. Puff bezog sich dabei auch auf das Evangelium von der Heilung eines Mannes mit einer gelähmten Hand: Jesus sieht den Menschen und seine Not und entscheidet sich für ihn – auch wenn Vorschriften dagegensprechen.


„Wir alle sind Empfangende“
Ein weiterer wichtiger Gedanke der Ansprache war der Perspektivwechsel. Es gehe nicht nur darum zu sehen, was Geflüchtete brauchen, sondern auch, was sie mitbringen und können. Viele seien längst zu Nachbarn, Fachkräften, Künstlern und Freunden geworden.

„Wir alle sind Empfangende, bevor wir Gebende sind“, sagte Puff. Ein Satz, der auch für die vielen haupt- und ehrenamtlich Engagierten eine wichtige Erinnerung sein kann: Begegnung und Zusammenleben verändern beide Seiten.


Ein besonderer Nachmittag
Wie die Andacht bei den Teilnehmenden angekommen ist, zeigen die Rückmeldungen aus den Gruppen. Stephanie Neuhaus, Integrationsbeauftragte der Aktion Neue Nachbarn, fasst ihren Eindruck so zusammen:

„Die Andacht war mal wieder wunderbar. Besonders berührend war es, Geistliche aus so unterschiedlichen Ländern gemeinsam zu erleben, die uns gesegnet haben.“

Auch der Gesang ist vielen in besonderer Erinnerung geblieben. Eine Teilnehmerin erzählte, wie bewegend sie den Gesang empfunden habe. Und auch die Ansprache von Weihbischof Puff wurde sehr positiv aufgenommen: Viele fanden, dass er gute und passende Worte für die Situation und das Anliegen der Andacht gefunden habe.

Zum Schluss gab Puff den Anwesenden noch einen Satz mit auf den Weg: „Auch wenn sich politische Mehrheitsverhältnisse ändern, bleiben wir entschieden, menschlich zu sein.“


Vielleicht lässt sich der Nachmittag im Dom genau so zusammenfassen: Viele Menschen, viele Gesichter, viele Sprachen – und eine gemeinsame Botschaft: Seid Menschen!

 

Andacht mit und für Geflüchtete  im Rahmen der Dreikönigswallfahrt 2026 (c) Aktion Neue Nachbarn

Gottesdienst der "Aktion Neue Nachbarn" im Kölner Dom am 26.09.2026:

Für alle, die nicht nach Köln kommen konnten, wurde ein Livestream angeboten.