logo
Flüchtlingshilfe im Erzbistum Köln
Flüchtlinge haben ein Recht auf Schule und Bildung (c) Erzbistum Köln/Jelen

Integration in Schule

Ein Recht auf Schule und Bildung

Flüchtlingskinder haben in Deutschland ein Recht, in die Schule zu gehen. Dafür müssen sie allerdings einige Behördengänge absolvieren. So müssen sie zum Beispiel zur Gesundheitsuntersuchung in das Gesundheitsamt, zur Schule zur Anmeldung und zum Sozialamt, um ein Schülerticket oder Einschulungsbeihilfe zu beantragen.

Integration in Schulklassen

Um die Aufnahme von Schülern mit Fluchterfahrung bemühen sich derzeit die 32 Schulen in Trägerschaft des Erzbistums Köln. Seit dem 1. Februar 2016 wird ein Konzept umgesetzt, das vorsieht, in jeder Klasse einen Flüchtling als Schüler aufzunehmen. Rund 750 Schüler sollen integriert werden.

Bisher ist es gelungen, 89 Schüler mit Fluchterfahrung an den kirchlichen Schulen aufzunehmen. Aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen werden den Erzbischöflichen Schulen keine Schüler vom Land zugewiesen. „Nach Absprache mit den Kommunen nehmen die Schulleiter der kirchlichen Schulen je nach Situation vor Ort Schüler mit Fluchterfahrung an ihrer Schule auf“, erklärt Dr. Bernadette Schwarz-Boenneke, Hauptabteilungs-leiterin Schule/Hochschule beim Erzbistum Köln. So nimmt die Papst-Johannes XXIII.-Schule in Pulheim Schüler mit Fluchterfahrung auf und hält in Absprache mit der Stadt Pulheim weitere Schulplätze vor. Zudem stellt sie der Stadt das ehemalige Internat als Flüchtlingsunterkunft kostenlos zur Verfügung.

Während in einigen Schulen schon Flüchtlinge unterrichtet werden, arbeiten andere Schulen noch an der Umsetzung des Konzeptes. So war an eini-gen Schulen eine Aufnahme von Flüchtlingen im laufenden Schuljahr nicht möglich, da die kirchlichen Schulen sehr beliebt und die Klassen vollstän-dig belegt sind. Daher haben einige Schulen nun für das neue Schuljahr explizit Plätze für Kinder mit Fluchterfahrung reserviert. Um Platz zu schaffen, sind an einigen Schulen auch bauliche Maßnahmen geplant. „Wir wollen unser Ziel von 750 Schülern mit Fluchterfahrung in den kirchlichen Schulen bis zum Sommer 2017 erreichen“, erklärt Schwarz-Boenneke.

Die erzbischöflichen Schulen gehen auf den Bedarf vor Ort ein. Daher wurde an der Bonner Liebfrauenschule auch die erste Auffangklasse eröffnet. Favorisiert wird im Konzept aber weiterhin, dass die Kinder mit Flucht-erfahrung in einer Eingangsklasse die Sprache erwerben und sonst eine Regelklasse besuchen. Die erzbischöflichen Schulen haben allerdings ein katholisches Profil, das nicht von allen Familien mit Fluchthintergrund angenommen wird. Für die Arbeit mit muslimischen Kindern gibt es im Rahmen des Konzeptes für die Lehrer Fortbildungen in interreligiöser Kompetenz.