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Flüchtlingshilfe im Erzbistum Köln

Düsseldorf - Malen im Flüchtlingsheim Bernrodestraße

10.11.16 08:12
  • Berichte & Videos
Thomas Schnorr

Düsseldorf - Malen im Flüchtlingsheim Bernrodestraße

Yasmina ist stolz auf ihr Bild (mit Helferin Katharina Löchel) (c) Angelika Huber

Text, Film und Bilder von Angelika Huber

Einmal in der Woche wird es bunt im Flüchtlingsheim Bernrodestraße in Düsseldorf. Maya, Sidea, Flabara, Yasmina und viele andere Kinder freuen sich auf die beiden Stunden, in denen sie malen dürfen. „Meistens kommen sie uns schon entgegengerannt, sie sind total begeistert“, erzählt Anja Sonneson, die künstlerische Projektleiterin von KRASS e. V. Mit einer großen Tasche voll Farben und Papier kommt sie in den Gemeinschaftsraum der Einrichtung, begleitet  von fünf bis sechs ehrenamtlichen Helferinnen.

Der Verein KRASS e. V. möchte Kindern und Jugendlichen kulturelle Bildung und Kunst nahe bringen, vor allem denen, die sonst kaum Zugang dazu hätten. Die visuelle Kommunikation funktioniert auch da, wo die Verständigung durch  Sprache noch schwierig ist. Somit haben besonders Flüchtlingskinder hier die Möglichkeit, sich auszudrücken. Ganz nebenbei lernen sie so auch Deutsch, die Fortschritte sind für die Betreuer von Woche zu Woche zu hören.


Heute steht eine besondere  Aktion auf dem Plan: Die Kinder können  sich auf riesigen Bögen Papier selbst malen. Dafür werden zunächst große Papiere aneinander geklebt. Dann darf sich je ein Kind darauf legen, die anderen zeichnen die Umrisse nach, anschließend malen alle gemeinsam  die Konturen aus. „Wir geben nichts vor, wir urteilen nicht, bewerten nicht. Sie haben wirklich die Chance, das, was in ihnen steckt, auszudrücken“, erklärt Frau Sonneson. So entstehe Vertrauen, die Kinder dürften „ankommen“.

Schwierige Momente gibt es selten, solange genug Unterstützung durch die freiwilligen Helfer da ist. Bis zu 30 Kinder kommen zu den Malstunden: Eine Herausforderung für alle. Meistens überwiegt das Positive: Anja Sonneson freut sich über die Begegnung mit den Mädchen und Jungen: „Es ist gar nicht so, dass ich das Gefühl habe, ich arbeite hier. Das ist einfach eine Freude. Ich werde beschenkt! Es ist ganz toll, was bei den Kindern entsteht.“ Sie ist bewegt von einer Begegnung mit einem geflüchteten Mädchen: „Ihr erstes Bild war wirklich ziemlich traurig: Sie malte einen  Panzer und eine Grabszene mit Kreuzen. Dann drehte sie das Bild um und malte auf der Rückseite ein Bild mit fröhlichen Farben. Auch schrieb sie ganz dick „Love“ darauf. Seitdem malt sie fröhlichere Szenen mit bunten Farben, wobei es toll ist, dass das erste Bild auch entstehen durfte. Daran sieht man, was in den Kindern passiert. Alles darf sein und  ist willkommen. So kann  Veränderung geschehen.“

Das Kunstangebot für die Kinder in der Düsseldorfer Flüchtlingsunterkunft Bernrodestraße wird unterstützt vom Erzbistum Köln.